Laura Doermer
neuer Roman 2009
| BRUDER EINSAM | ![]() |
23 Jahre lang lebt der Einsiedler Michael Schöpfl in einer Höhle am Steilhang des Steinbachtals. Er ernährt sich von dem, was der Wald hergibt und den Almosen der Dorfbewohner. Ein von ihm gegrabener Wunderbrunnen lockt viele Heilsuchende an. 196 Seiten, Format 12 x 19 cm Zu beziehen über die Autorin oder über Amazon |
TRAPPENTREU am 9. August 2007 im Wallstein
Verlag, Göttingen erschienen. Buchvorstellung in München, Dienstag, 9.10.07, Literaturhaus (Link
zum Literaturhaus) |
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Laura Doermer erzählt von Müttern und ihren Töchtern
und deren Töchtern: die Geschichte einer Familie, die über Generationen durch
die Schicksale der Frauen zusammengehalten wird.
Vom
München der siebziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts bis in die Gegenwart
spannt sich der Erzählbogen des Romans. Beginnend mit der Kammerjungfer Marie,
die mit dem aus dem Badischen kommenden Schreiner Adam Fassbender »in die Schande«
fällt. Immerhin kann sie ihm vier Jahre nach der Geburt des Kindes die Heirat
abtrotzen. Sie träumt davon, der ärmlichen Wohnung in der Trappentreustraße
zu entkommen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus - nicht nur für sie, sondern
auch für ihre Nachkommen. Und immer geschieht, was am heftigsten vermieden werden
soll: in jeder Generation kommen Kinder zur Welt, bevor eine »ordentliche« Familie
gegründet ist. Die Männer erweisen sich als zögerlich, schon verheiratet oder
als Tyrannen. Und »gute Zeiten« gibt es ohnehin nie. Das Ende des Ersten Weltkriegs
erlebt Marie noch, auch die Geburt der Enkelin bald danach, aber die wird in
den dreißiger Jahren erwachsen und muß die Kinder durch die Nazijahre und den
Zweiten Weltkrieg bringen; danach ernähren Hamsterfahrten in Münchens Umgebung
drei Generationen schlecht und recht. Erst für die vierte Generation scheint
das Leben im Wirtschaftswunderland langsam besser zu werden. Doch diese und
ihre Nachkommen stehen an der Schwelle des einundzwanzigsten Jahrhunderts vor
ganz neuen Problemen.
| Erzählung 2004, 78 Seiten broschiert 20x12cm ISBN 3-465-5352-2 Euro 12,-- zu bestellen über den Wolkenstein Verlag |
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„Eigenartigerweise
konnte er sich jetzt, wo er sich, Schicht um Schicht, in die Tiefe vorarbeitete,
kaum mehr an die Patientin erinnern, deren Kopf durch einen grünen Vorhang verdeckt
war. Man hatte ihr, als sie bereits narkotisiert auf dem Tisch lag, in Eile
die Ohrgestecke abgenommen, ein grünes und ein rotes Gummibärchen aus Plastik,
und er hatte für einen Moment das blasse, unfertige Gesicht gesehen, das, wie
um seine Farblosigkeit zu unterstreichen, von einem Wirrwarr weißblonder Haare
umgeben war, die kaum unter der grünen Haube Platz fanden“
H.albgott
| Roman
einer Täuschung 2004, 243 Seiten broschiert 21,5x13,5cm ISBN 3-9808954-1-6 Euro 12,-- zu bestellen über den Wolkenstein Verlag |
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“Gegen Mittag machte ich die Aufnahmemessungen bei einer alten Griechin.
Ihr dunkler Teint erinnerte an die Sonnenglut ihrer Heimat. Sie trug ein kurzes,
schwarzes, altmodisches Kleid. Wahrscheinlich hatte die ganze Familie das Geld
zusammengelegt, damit sie zu uns kommen konnte. Die Tochter stand dabei und
dolmetschte. Bei den Deutschen habe ich eine solche Anteilnahme selten erlebt.
Die Befundberichte und die 24 Zentimeter lange rötliche Narbe auf dem Leib zeigten,
dass die frischen Farben der Frau trügerisch waren. Es handelte sich um eine
schwerkranke Patientin. Sie blickte mich mit ihren guten Augen vertrauensvoll
an.“
Rosetten und Girlanden
Roman
eines Jahres |
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'An
Rosetten und Girlanden erinnert, so heisst es in der medizinischen Fachliteratur,
das histologische Bild eines seltenen Eierstockkrebses, des Granulosa Zelltumor.
Wie einen Roman erlebte Laura Doermer das Jahr ihrer Erkrankung mit mehreren
Operationen und Chemotherapie.
In ihrem neuen Buch lässt die Autorin den Leser teilhaben an dem immer stärker
werdenden Gefühl:
Hasta la muerte todo es vida – bis zum Tod ist alles Leben.
Verwehte Braut
| Roman
einer afrikanischen Hochzeitsreise 2001, 220 Seiten gebunden ISBN 3-9277434-6-1 erhältlich im Buchhandel Euro 19,00 |
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'Wir
hatten uns schon lange nicht mehr gestritten. Ich hatte mich mit den autoritären
Entscheidungen meines Mannes angefreundet, zumindest hatte es den Anschein,
so wie sich die Afrikaner mit den Franzosen abgefunden hatten. Dieser Vergleich
ging mir manchmal durch den Sinn. Ich fühlte mich nach allen Regeln der Kunst
kolonialisiert. Tief in meinem Inneren gab es noch vereinzeltes Wetterleuchten,
aber meine Wut reichte nicht an die der Schwarzen heran, die ganze Brücken in
die Luft sprengten.
'Laura Doermer hat ein schönes,
ein bewegendes Buch geschrieben.`'
Georg
Füchtner im 'Oberbayrischen Volksblatt'
Vergehendes Blau
| Roman 1996, 210 Seiten Wallstein-Verlag Göttingen Taschenbuchausgabe 1998 bei dtv Frankfurt am Main, 1991 ISBN 3-4231265-0-7 erhältlich im Buchhandel Euro 8,64 |
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Als
die Mutter stirbt, sehen Sophie und Liza sich erstmals seit Jahren wieder. Das
Ende einer großbürgerlichen Familie. Aber auch die Geschichte einer Liebe:
Zu dem aufzulösenden Hausstand gehören Möbel der Marianne von Willemer, bei
der Goethe 1815 zu Gast war. Zwischen dem Dichter und Marianne entspann sich
eine Romanze, Grundlage einiger der schönsten Gedichte aus dem "West-östlichen
Divan" -
"Beide Handlungsstränge überzeugen,
jeder für sich ist schön und fein erzählt... Gemeinsam ist ihnen aber ein Gefühl
von Verlust, ein Gefühl von der Vergänglichkeit der Dinge, der Liebe, des Lebens...
Das Buch ist sehr melancholisch, und das ist die Klammer über die Jahrhunderte
hinweg: der Schmerz des Verlustes, sich lieben, sich verlassen, sich vergessen
– bleu mourant, vergehendes Blau."
Elke Heidenreich
| 1990
bei Bertelsmann 1991 bei Goldmann (8. Auflage 1997) 210 Seiten ISBN 3-4421257-1-5 erhältlich im Buchhandel Euro 5,00 |
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'Ihr
Kind hat einen frühkindlichen Gehirnschaden unklarer Herkunft' sagte der Chefarzt.
'Wir hoffen, die Anfälle unter Kontrolle zu bringen. Bei 80% aller Epileptiker
(hier fiel zum ersten Mal das Wort, mit dem wir von nun an leben mussten) ist
die medikamentöse Therapie erfolgreich. Leider zeigt sich bei Moritz bereits
jetzt ein Entwicklungsrückstand, der im Laufe der Jahre grösser und grösser
werden wird.'
'Bedeutet das, dass der Junge keine höhere Schule besuchen kann?' fragte ich.
Wieder schaute mich der Arzt lange an: 'Gnädige Frau, wir können glücklich sein,
wenn er je eine Sonderschule besuchen wird.'